Wie die TCM bei unerfülltem Kinderwunsch hilft

Bei unerfülltem Kinderwunsch richtet sich der Blick zuerst auf den Funktionskreis Niere, da hier die Essenz Jing  gespeichert wird. Liegt eine Schwächung im Bereich der Essenz vor, ist die Fertilität eingeschränkt. In westlichen Begriffen entspricht dies meist ebenfalls einer eingeschränkten ovariellen Reserve. Es können aus Sicht der TCM aber auch andere Funktionskreise an einem unerfüllten Kinderwunsch beteiligt sein. Der Funktionskreis Milz regelt die Transformation der Nahrung und die Erneuerung der Säfte. Dies ist für die Qualität der gesamten Säfte des Körpers entscheidend. Daher können Probleme des Funktionskreises Milz zu Feuchtigkeits-Ansammlungen führen, die mit vermehrten vaginalen Pilzinfektionen, Candida bedinbgten Soorinfektionen und verändertem Zervix- und tubärem Schleim einhergehen kann.

Aber auch derr Funktionskreis Leber spielt eine entscheidende Rolle bei unerfülltem Kinderwunsch. Denn der Funktionskreis Leber reguliert den Tonus und die Persistaltik der glatten Muskulatur. Sowohl in den Eileitern als auch die Gebärmutter selber - insbesondere auch während der Einnistung - ist auf eine gute und der jeweiligen Situation angemessene Steuerung der Muskeltätigkeit angewiesen. Ansonsten kann es zu retrograder Persistaltik mit Extrauteriner-Gravidität, erschwerter Einnistung oder insgesamt deutlich schlechteren Durchblutungsverhältnissen der Reproduktionsorgane kommen, die ja auch auf die glatte Gefäßmuskulatur der arteriellen Versorgung angewiesen sind.

Sogar der Funktionskreis Herz spielt über die Verbindung zu dem Geist  Shen  in das Thema Fertilität mit hinein. Mentale und emotionale Einflüsse wirken auf den Hypothalamus und das limbische System und können so direkt und indirekt auf die Gonadoliberine Einfluß nehmen. Dies geschieht natürlich meistens unbewusst und wird allenfalls allgemein als Streß empfunden. Nicht ganz vergessen werden sollte in diesem Zusammenhang auch die Maßnahmen einer IVF/ ICSI-Behandlung selber können noch zusätzlich ein gewisses Maß an Streß für die Frau darstellen. Auch hier kann eine begleitende Behandlung mittels TCCM helfen auszugleichen und beruhigend auf das System einzuwirken.

Die Therapiemethoden bestehen zum Einen aus der Akupunktur. Diese wirkt auch über das vegetative Nervensystem ausgleichend. Daneben kommen individuell zusammengestellte Arzneimittelrezepturen zum Einsatz. Diese Rezepturen bestehen aus 4-10 Einzeldrogen. Je nach dem vorliegenden Krankheitsmuster werden dann klassische Rezepturen ausgewählt, die dann nach dem jeweils vorliegenden Fall modifiziert werden. Eine solche Therapie - idealerweise in der Kombination von Akupunktur und Arzneimitteltherapie sollte im Idealfall über 2 besser drei Menstruationszyklen durchgeführt werden. Die Akupunktur kommt dabei ein- gel. auch 2 mal pro Woche zum Einsatz. Die Arzneimittelverordnung wird regelmäßig alle 2-3 Wochen überprüft und dem Behandlungsverlauf entsprechend verändert und angepasst.

Um eine optimale Betreuung von Paaren mit Kinderwunsch zu gewährleisten und eine konstante Qualität der TCM als komplementäre Behandlungsmethode im Rahmen der Reproduktionsmedizin sicher zu stellen, freuen wir ich michals Leiter der AG TCM sehr, nun eine standardisierte Zusatzausbildung für diesen Bereich für Ärzte anbieten zu können. Unsere AG wurde 2008 gegründet, um die Zusammenarbeit zwischen reproduktionsmedizinischem Zentrum und ärztlichem TCM-Therapeuten möglichst koordiniert und effektiv zum maximalen Wohle der Patientin zu gestalten.

Wir streben sozusagen das Beste aus beiden Welten an, für eine `fruchtbare´ Synergie.